Das Urteil ist kein Beleg dafür, dass die internationale Justiz funktioniert, meint Der Tagesspiegel:

„Es ist ein öffentliches Geheimnis, dass die Weltgemeinschaft dabei zusieht, wie Kriege, Terror und Vertreibung weitergehen, in Syrien, Libyen, im Yemen, in der Ukraine, in Belarus, in Myanmar oder südlich der Sahara durch islamistische Milizen. Aber mehr und mehr herrscht die Auffassung, dass ‚die dort‘ selber zusehen sollen, wie sie ihre Konflikte lösen und Taten ahnden … In linken Diskursen ist bisweilen von ‚Menschenrechtsimperialismus‘ die Rede, der Universalismus der Menschenrechte ist unter Verdacht wie die internationale Justiz. In realpolitischen Diskursen spielen Menschenrechte ohnehin eine Nebenrolle. Solange solche Verirrungen hingenommen werden, bleibt das Vetorecht der Mächtigen unangetastet.“